Dienstag, 1. Juni 2010

der tag der arbeit

da ist er also - der erste richtige eintrag im neuen blog. fantastisch. doof nur, dass ich die alten einträge nicht wiederfinde. anscheinend habe ich mir in irgend nem rausch mal richtig mühe gegeben, keine spuren zu hinterlassen. wenn doch nur jeder rausch so produktiv wäre...

ist aber auch nicht schlimm. so habe ich eben heute meinen ganz persönlichen "tag der arbeit". eigentlich gehört es sich ja so, dass der ostfriese sich am abend des dreißigsten april - vor sonnenuntergang - in gemeinschaft einen in den kopp tut und nen baum aufstellt. denn fuseln in der gruppe braucht traditionsgemäß nur einen guten grund eine gute ausrede. so sitzt man denn des nachts am baum und hangelt sich durch geschichten, hopfencracker und hochprozentiges. wenn dann alle irgendwann bei laune sind und sich aufmachen, der gruppe um die exfreundin mal gehörig den monat zu vermiesen, ist auch die nächste keilerei mit der örtlichen dorfjugend nicht mehr weit. da wird dann fröhlich und mitunter handgreiflich ausdiskutiert, wer denn jetzt wie oft mitm spaten und überhaupt.

viel zu oft kommt man ohne trophäe nach haus, muss aber feststellen, dass der eigene baum mittlerweile einen garten weiter gewandert ist. auch hier wird oft großes palaver betrieben. sinnlos - denn zurechnungsfähig sind die nachbarn genau so wenig wie man selbst, so kurz vor sonnenaufgang. den abschluss dieser durchzechten nacht bildet mal wieder das geschlossene rühreivertilgen morgens um elf. am nächsten tag hat dann das ganze dorf fein nen schädel - und einen monat zeit, den geklauten baum wieder auszulösen. dieser monat ist jetzt um. tjoar - schade drum.

eigentlich gehört es sich so. leider kann aber nicht jeder ostfriese zu diesem spektakel in seiner heimat sein und muss sich dann selbst einen reintun. selbstverständlich auch von sonnenuntergang ab an. natürlich nicht zum selbstzweck sondern aus verbundenheit, denn fuseln alleine braucht traditionsgemäß nur eine gute ausrede einen guten grund. auch hier tun gerstensaft und schnappes gute dienste, um mit erreichtem pegel die ganze welt nicht nur umarmen, sondern gleich erlösen zu wollen. der schädel am nächsten morgen wird natürlich irgendwann eingeplant, selbstreflektiert wie man ist, so kurz vor sonnenaufgang.

dann um elf beim rühreimachen klingelt unvermittelt das telefon und die freundin versucht einem zu verklickern, dass sie jetzt wie oft schon und überhaupt. viel zu oft kommt man danach ohne freundin nach hause und muss feststellen, dass die wahrscheinlich einen gärtner weiter gewandert ist. auch hier wird oft großes palaver betrieben. sinnlos - denn zurechnungsfähig war man sowieso nicht bei dem telefonat. aber auch dann hat man einen monat zeit. dieser monat ist jetzt um. tjoar - schade drum.

kann ich mich immerhin nächstes jahr aufmachen, der gruppe um die exfreundin gehörig den mai zu versauen. obwohl... der tag der arbeit wird sowieso überbewertet.