Dienstag, 14. Juni 2011

brotesk!

ich bin glücklich damit, im land der 1000 brotsorten zu leben. wenn man zum beispiel noch n kilo hack über hat, schnippelt man sich die brötchen von vorgestern da rein und hat zickizacki ne schöne frikadüse aufm teller. ist der gouda kurz davor, mit dem edlen blauschimmel verwechselt zu werden, kramt man das alte schwarzbrot aus der ecke und genießt vor sich hin. ist man krank, tuts auch n zwieback (alte seefahrer weisheit). mit dem guten knäcke nimmt man ab. toast gibts in verschiedenen größen - je nach toaster - und weißbrot an sich hat einfach einen viel zu schlechten ruf. ohne fladen keinen döner, ohne sesam keinen burger.

egal ob gesäuert oder ungesäuert, vollkorn oder auszugsmehl, fein oder grob gemahlen: es ist höchst beeindruckend, was das mehlige handwerk so alles mit weizen, dinkel oder roggen aus dem ofen zaubert. mal mit kruste und mal ohne (für opa seine dritten), aber immer mit krume. herrlich, nach dem frühstück im bett mit dem schmierigen butterfinger anschließend noch die krümel vom brotbrett zu sammeln!

brot ist für mich so eine tolle sache, dass ich vorhin mit einer träne im knopfloch in die bäckerei ging - und tränenüberströmt wieder heraus kam. es waren tränen der wut:

warum zum teufel überlässt man die entwicklung, herstellung und bedienung von industriellen brotschneidemaschinen irgendwelchen affigen dilettanten? immer wenn man sein brot nicht "am stück?!" mit nach hause nehmen will, ist die schneidemaschine so beschissen eingestellt, dass die endscheibe des leckeren backwerks in anderen bäckereien noch als "halbes?, am stück?!" verhökert werden könnte (und bestimmt auch wird). und dann, liebe fachverkäuferinnen, heißt es nicht "am stück", sondern "im stück" - schließlich befinden wir uns nicht im hinterhof des dorfschlachters, wo es noch knochen auszulösen gilt.

aber dafür kann das brot ja nichts. gute bäckereien erkennt man übrigens an der inhomogenität der brötchen - schlechte an den toten mäusen im croissant. beim nächsten kauf einfach mal genauer hinsehen. obwohl... broterwerb wird sowieso überbewertet.

Montag, 30. Mai 2011

die besten geschöpfe der welt I

heute beginne ich damit, lanzen für diejenigen geschöpfe zu brechen, die zweifelsohne zu den besten der welt gehören. von vielen unbeachtet und unterschätzt sind es nämlich gerade genau diese wesen, die ihr emsiges dasein ohne lobby und renommee fristen müssen. ihnen sei hiermit ein forum gegeben.
"wenn die kuh am himmel schwirrt,
hat sich die natur geirrt."
klar. jetzt wird jeder denken "milch und fleisch - fall erledigt". aber zu früh gefreut: in der kuh steckt noch viel mehr. methan zum beispiel - rund 230 liter davon ballert eine kuh pro tag in die atmosphäre, und schert sich keinen deut darum, dass sie mit diesem verhalten auf lange sicht zum klimakiller nummer eins avanciert.

und wer kennt sie nicht, die alte mär vom umschubsen. diese legende hält sich wohl auch noch die nächsten 20 generationen von besoffenem landvolk am leben. dass kühe nicht im stehen schlafen, scheint niemanden zu interessieren. umgeschubst hat wenigstens schon jeder dritte, dabeigewesen ist jeder zweite - aber alle sind sich darüber einig, dass es funktioniert. elendige umschubs-fundamentalisten!

dennnoch wurden und werden kühe immer wieder missbraucht - so musste schon im jahre 1401 die "bunte kuh" ihren guten namen dafür hergeben, dass der hübsche kopf von klausi störtebeker abgeschlagen wurde. heute haut man stattdessen im namen des konsumenten gleich der kuh die rübe weg und schnitzelt sie in stücke.

ja, die kuh hatte es nie besonders leicht - doch sie trägt ihr schicksal mit fassung. heroisch trotzt sie maschinellem befruchten, füttern, melken und schlachten. und selten, ganz selten kann man bei all der gelassenheit noch feuer in ihren müden alten augen aufblitzen sehen - nämlich dann, wenn sie ein loch im stacheldrahtzaun entdeckt und erhobenen hauptes vor den mit 300 klamotten heranrasenden ice "westerland/sylt" marschiert, der sie wieder beim schlafen gestört hat. red bull.
"hat der schaffner kuh am knie,
sag ihm, die natur irrt nie!"
ich mag die kuh. nicht nur weil sie so gelassen ist, sondern auch weil sie so gut schmeckt. obwohl... guter geschmack wird sowieso überbewertet.

Mittwoch, 18. Mai 2011

viele wege führen nach rom!

mein plan, handelsketten in den ruin (oder wenigstens wahnsinn) zu treiben, wird langsam aber sicher zum selbstläufer! vorgestern sollte zum beispiel eigentlich nur eine kurze liste abgearbeitet werden - der schnelle wöchentliche einkauf zwischendurch. daraus wurde natürlich mal wieder so eine unnütz-shopping-tour, wie sie eine großfamilie kurz vor kriegsbeginn oder weihnachten anstellt, um das nächste wochenende weitestgehend autark zu überstehen...

neben jeder menge schrott, die sich auf meiner regalregatta im einkaufswagen angesammelt hat, habe ich mir zur feier des tages auch mal ne total unschrottige kiste cola gegönnt und schließlich das sammelsurium quer durch die gemüseabteilung an kasse 7 bugsiert. gerade den inhalt der gitterkarre komplett aufs fließband gewuchtet, spricht mich die kassöse an:
"oh. wie ich sehe möchten sie eine kiste cola erstehen. haben sie denn auch die beiden kostenlosen flaschen dabei?"
froh leuchteten da meine augen auf:
"kostenlose flaschen?"
"ja. zu jeder kiste cola bekommt ein kunde unseres hauses noch zwei flaschen gratis dazu - gehen sie ruhig, ich warte so lange auf sie."
was hätte madame auch anderes machen sollen, aber gut - sowas lässt man sich nicht zweimal sagen... ich also als schnäppchenjäger zurück in den schuppen und noch zwei flaschen cola besorgt. nichtsahnend traf es mich dann auf dem heimweg wie ein blitz:

der saftladen gibt jedem, der ne kiste cola kauft, zwei flaschen gratis dabei - und die werden wie einzelgekaufte pullen bonniert. wenn ich mir jetzt 3.333.334 kisten cola kaufe, bedeutet das 6.666.668 gratisflaschen. die kisten lasse ich sofort nach dem einkauf an der informationstheke zurückgehen (die haben eh nich viel zu tun da) und behalte nur die geschenke, um der lieben kassöse nicht vor den kopf zu stoßen. die cola wird schön aufgesoffen, nochmal gepinkelt und dann kommt der clou an der sache: auf jeder cola sind ja 15 centiemen pfand - bei der rückgabe von 6.666.668 pullen wäre ich dann nicht nur pfandmillionär, sondern hätte auch noch 20 cent über für ne halbe tafel zartbitter!

war heute schon bei der bank und hab mir n termin für die kreditverhandlungen geben lassen. außerdem sollte im sparschwein auch noch was drin sein. morgen nochmal ausschlafen und dann wird real zu tode gepfändet. obwohl... mehrweg wird sowieso überbewertet.

Samstag, 14. Mai 2011

urinstinkte I

es gibt nicht viele dinge, die alles überstanden haben, was der mensch sich in seiner evolution so ausgedacht hat. heute möchte ich deshalb derer drei huldigen, ohne die der hochmoderne alltag nicht halb so aufregend wäre.

tarnen.
früher hat man sich irgendeine klebrige braune pampe an den wanst geschmiert oder nen brombeerbusch auf den rücken getackert - man wurde eins mit der natur und war für feind und beute schlichtweg nicht mehr zu erkennen. das in der überraschung des gegenüber bestehende moment war eine äußerst heimtückische waffe, die ihrem anwender kaum erfahrung oder können abverlangte. tarnen konnte sich im grunde jeder. hauptsache, man sah anschließend aus wie moorleiche oder komposthaufen.

jagen.
neben dem einsammeln von gemüse der wohl wichtigste bestandteil im urzeitlichen tagesablauf. das nachstellen, fangen und erlegen von zellwandlosem futtermaterial diente zur festigung der rangordnung und positionierung in der gesellschaft. auch wurde der keuchende leib gerecht verteilt: der langsame jäger bekam die lunge, der alte das hirn und der kranke das herz - und so hatte jeder was davon.

fressen.
eine erfolgreiche jagd wurde zünftig gefeiert. das dampfende fleisch über dem feuer röstend mit gesang und tanz der ganzen bagage zur vertilgung gestellt. mutti machte einen schönen obstsalat, vati knallte sich mit den onkels die vergorenen früchte hinter den latz und für die kinder war immer mal wieder ne tracht prügel fällig, weil sie den elefantenhoden nicht aufgegessen hatten. ein happening für jung und alt.

nun mögen sich viele leser wehmutsvoll diese vergangene zeit des wohlgefallens zurückwünschen - aber ich kann euch beruhigen: tarnung, jagd und fraß haben überlebt - sie sehen nur anders aus, heutzutage...

die pampe ist nicht mehr braun und aus dem schlammloch hinter den akazien, sondern milchig-weiß und von schlecker. klebt aber ganz ähnlich. weil das milchig-weiße geschlonze nicht mehr so gut tarnt, nagelt man sich heute ne pilotenbrille auf den riechkolben oder hackt sich schmierige beautypräparate in die fresse. aus mangel an erfahrung und können ist man jetzt für feind und beute nicht mehr zu erkennen und geht als schleimiger flugkommandant irgendeines sultanats getarnt - oder als pseudobordsteinschwalbe auf begattungstour. der zeitpunkt der überraschung hat sich in die frühen morgenstunden verlagert, in denen man zum ersten mal den streich entdeckt, den augen und hormone uns gestern abend gespielt haben. mimikry!

von erfolgreichen beutezügen hört man zur genüge, steigt doch die scheidungsrate beständig weiter an. wer sich so keine adäquate position in der gesellschaft sichern konnte, quält seine ohnehin bereits geschundene raucherlunge durch unermüdliches training oder wird zum greisen professor in molekularbiologie und kunsthistorik. einzig die völlig bekloppten verlieben sich bei jeder gelegenheit - und so hat jeder was davon.

wenigstens hat sich bei der futtervertilgung nicht ganz so viel verändert. gegrillt wird wie eh und je. dazu gesoffen, getanzt und am ende irgendjemand verhauen. immer wieder ein happening.

quintessenz: urinstinkte wohin man blickt - ob innenstadt, liegewiese oder festival. so betrachtet ist die evolution ne spannende sache und jeder sollte mal auf die blödbacken um sich herum achten. obwohl... achtung wird sowieso überbewertet.

Dienstag, 3. Mai 2011

schlaf frisst antworten

wo sind eigentlich die antworten hin, wenn man morgens um 15 uhr mit noch knapp 1,2 promille der totalen ausnüchterung entgegen segelt? nur wenige stunden zuvor hatte man sie noch, die lösung für alles - naja wenigstens die für die frage nach dem ganzen rest. stattdessen muss man auch an diesem tag wieder ernüchternd feststellen: schlaf frisst antworten. übrig bleiben fragen. über fragen. über fragen und fragen und fragen und fragen.

na wenigstens (oder: zu allem überfluss) ist man mit diesem schweren schicksal nicht alleine auf der welt. da ist die bäckereifachverdealerin, die süffisant fragt:
"möchten sie mal meine quarkbällchen probieren?"
oder der beifahrer, den 500 kilometer autobahn später beschäftigt, ob er den staubsauger ausgeschaltet hat.
"was wollte ich nochmal einkaufen?"
die antwort kennt immer nur der zettel auf dem küchentisch.

zuweilen besteht der ganze tag aus slalomfahrten durch solch unwichtigen kram. und abends dann, irgendwo zwischen kneipe nummer 4 und 7 findet man die antwort und behält sie natürlich erneut für sich. warum auch sollte man die ultimative antwort auf fragen wie "schmeckts?" oder "bist du wach?" dem blödgeborenen und blödsterbenden pöbel preisgeben?! mit dieser lösung im kopp ist man könig der welt - und hat sich auch so zu benehmen. da muss man sich nicht an wahnsinnigen gesprächen über kommunalpolitik und sternzeichen beteiligen. keinen schnickschnack halten mit irgendeiner ex in spe. man thront auf dem guten gefühl der gewissheit - kostet jeden moment aus. kann einem ja niemand das wasser reichen.

stunden später wird man frierend mit einem schädel wach, den die welt noch nicht gesehen hat. die ultimative lösung mal wieder vom schlaf gefressen. übrig bleiben fragen. fragen wie
"wem gehören die quarkbällchen hier?"
und
"warum wird hier eigentlich mitten in der nacht gestaubsaugt?"
nach grober rekonstruktion erinnert man sich noch flüchtig an fragmente der unterhaltung mit den süßen zwillingstöchtern des bürgermeisters von gestern abend. man wäre froh, wenn einem jemand ein wasser reichen würde. in greifbarer nähe aber nur das blinkende mobiltelefon:
"was zum teufel hast du gestern wieder alles geschrieben?"
man sollte weniger schlafen. obwohl... antworten werden sowieso überbewertet.

Freitag, 15. April 2011

die sache mit dem haken an den ösen

schonmal aufgefallen? fast jede sache hat nen haken. überall bleibt man hängen, reißt was auf oder ein, schneidet sich die flossen blutig und wird bald verrückt. teppichleisten etwa, wo sich über die jahre so fiese kleine messingfitzel aufstellen mit denen man sich die socken zerschreddert. oder uralte flaschenverschlüsse aus metall - meistens auf den billigwasserpullen zu finden - aus denen klappen immer diese nippel zu weit raus und statt ner erfrischung gibts erstmal ne neue tetanus beim scharlatan der wahl.

dann diese bekloppten größenschilder an klamotten, die ohnehin nie stimmen weil ja immer alles "anders ausfällt", und die beim anziehen noch überhaupt nicht stören. erst außer reichweite der eigenen vier wände oder einem anderen brauchbaren sammelsurium von wäsche geben sie ihren diabolischen auftrag zu erkennen. am nächsten tag sieht die pelle dann aus, als hätte man das nächste opfer vom schlitzer werden sollen, so schneiden die mistviecher einem ins fleisch.

apropos rasierklingen... "einmal benutzen und wegschmeißen, die scheißteile!" sollte auf der verpackung stehen - doch selbst mit elektrorasierern sieht die fresse hinterher aus wie schaschlik. weil es eben an fast jeder sache irgend einen haken gibt.

wo aber verdammt nochmal sind die haken, wenn man mal wirklich auf sie angewiesen ist? immer muss man seine jacke im restaurant über die irgendeines affen hängen, der dann irgendwann daran rumfingert. so sitzt man in restaurants zwangsläufig völlig unentspannt beim fressen. immer ein auge auf dem futter und eines auf der jacke. viel zu oft ist man selbst der affe und bekommt die bösen blicke serviert, die eigentlich dem arsch von innenarchitekt gelten sollten.

in diesem zusammenhang will ich hier auch mal festhalten, dass die anzahl der nutzbaren haken der anzahl an nutzbaren ösen in fast jedem fall diametral entgegen steht: sind an der garderobe endlich mal genügend plätze frei, hat man natürlich genau die jacke übergeworfen, deren öse bereits letzte woche das zeitliche gesegnet hat.

klettverschlüsse scheinen den sommer über im schrank auch ein eigenleben zu führen, denn wie selbstverständlich sind sie vor dem ersten winterlichen gebauch mit irgendwelchem flusenkram verstopft - höchstwahrscheinlich stammt der von den zerschredderten socken.

im bus ist generell keine halteschlaufe zur hand und man schaukelt hin und her, als käme man gerade aus der frühgaststätte. spiegel fallen mitten in der nacht von der wand. küchenutensilien werden zu hauf in überfüllte schubladen gestopft, kleiderbügel hat man immer zu wenig und bhs waren schon immer überflüssig.

ich für meinen teil häkel mir ab jetzt meine eigenen ösen und haken. fehlt nur noch der strick. obwohl... aufhängen wird sowieso überbewertet.

Freitag, 8. April 2011

nachbarschaft I

direkt vor unserer haustür steht ein zigarettenautomat. und was man nicht alles in zigarettenautomaten findet: im münzschacht 21 euronen von den besoffskis der letzten nacht zum beispiel, die stundenlang gegen den automaten treten, weil "der is sowieso kaputt". und deren ec-karte - falschrum eingesteckt natürlich. im besten fall jedoch dazu noch zwei schachteln der lieblingsmarke auf dem boden vorm automaten. so fängt ein tag doch schonmal vielversprechend an.

ich, als geneigter pfadfinder, erkenne an den zurückgelassenen spuren, dass es sich um einen ganz geselligen abend gehandelt haben muss:

da gären die essensreste in der brütenden mittagshitze - irgendeine pampe aus bier, chips, wodka und spaghetti bolognese. blickt man schräg am automaten vorbei gibt sich die ehemals peinlich genau geschnittene buchsbaumhecke des nachbarn zu erkennen. vormals quaderhaft majestätisch richtung sonne strebend liegt sie nun darnieder, zurückgeholt auf den boden der tatsachen. und diese erdung trägt einige meter weiter bereits früchte - hat sich doch ein schuh den weg in die krone des in voller blüte stehenden kirschbaumes gesucht. verzweifelt mit einer harke fuchtelnd grüßt mich da der nachbar:
"na - da hatten gestern wohl wieder ein paar studenten eine lange nacht..."
müde lächelnd grüße ich zurück und sinniere über den unglaublichen kater, den die idioten heute haben müssen. irgendwie geht die haustür nicht auf - deshalb wird kurzerhand das halbe haus wachgeklingelt. ein nachbar öffnet die tür:
"du - hier hat gerade jemand mein portemonnaie abgegeben, die ec-karte fehlt..."
ich hab ihm die karte dann am nächsten tag in den briefkasten geworfen, man ist ja kein unmensch. und klar geb ich ihm auch gerne mal ne zigarette ab, so als guter nachbar. bei der nächsten party muss ich unbedingt dabei sein. obwohl... nachbarschaft wird sowieso überbewertet.

Freitag, 1. April 2011

dyscounter [sic!]

gar nicht mal so weit von hier gibt es den für mittlerweile jede straße obligatorischen discounter. keine 300 meter weiter den nächsten - und direkt daneben steht noch so eine rote backsteinfrevelei mit wellblechdach. die dinger schießen ja wie pilze aus dem boden. da fragt sich der ohnehin verwirrte konsument zurecht, wie sich so ein weiterer klon von dumpingbunker ob der konkurrenz überhaupt finanziert. immerhin wurde durch die handelsketten in den letzten jahren jedwede innerstädtische baulücke geschlossen. offen bleibt jedoch die frage, ob die urbanität die ganzen bäckereien luftpumpenverkaufsaquarien verträgt. diese komischen glaskästen gehören ja augenscheinlich fest zur objektplanung supermarkt.

wie aber soll man jetzt mit diesem billigpreistsunami umgehen? die kohle auf viele verschiedene märkte verteilen und damit allen gleichzeitig den umsatz versauen, oder lieber die priorität auf einen bestimmten markt legen und damit die anderen in die pleite treiben? ...don quijote lässt grüßen. ich, als sancho panza, habe eine totsichere methode, billigbauten auf lange sicht den garaus zu machen und im laufe der zeit ein feines gespür für schabernack'sche momente entwickelt:

beim milcheinkauf zum beispiel. pärchen vorm kühlregal. sie wühlt seit 3 minuten die produkte durch, kann sich nicht recht entscheiden und stellt ihm irgendwelche bescheuerten fragen. er steht, eine hand am einkaufswagen, die andere am handy, total genervt daneben und ist kurz vorm platzen. ich drängle mich dazwischen, ohne dass sie es merkt - er quittiert mit zornigem blick.
sie: "schatz, möchtest du vielleicht die auberginenpaste?"
ich: "och nee, hase. heute nehm ich nur die milch."
seine reaktion habe ich leider nicht mitbekommen, weil ich mich schnellstens in die konservenabteilung verdrückt hab. hatte trotzdem das gefühl, dass der heini mich quer durch den ganzen laden verfolgt hat...

was auch immer gut kommt: leuten die wartezeit an der kasse mit möglichst lustigen sprüchen versüßen. dabei immer fein drauf geachtet, dass die sprüche in engem zusammengang mit der für alle sichtbaren ware auf dem fließband stehen: eine ältere dame vor mir hatte sich champignons gegönnt - ich hatte tiefkühlpizza auf der gummimatte. fiel mir doch sofort der gute alte osteuropäische witz ein, den ich gleich einem bekannten vier plätze hinter mir zugerufen habe:
"ey, michael - kennst du den unterschied zwischen ner tschechischen nutte und ner pizza? - nee? - na pizza kriegste auch ohne pilze".
der ganze laden peinlich berührt - nur michael und die kassiererin waren am brüllen. draußen hat man mir dann erklärt, dass auf ihrem namensschild olga hlinka stand. ...humor ist, wenn man trotzdem lacht!

mittlerweile hat der marktleiter mit dem zaunpfahl gewunken und die gelbe karte der roten backsteinbude gezeigt. kurz vorm hausverbot stehend, tätige ich meine einkäufe jetzt also nur noch in dem laden, obwohl der weg zum nächsten discounter gar nicht weit wäre - zwei häuser weiter ist noch ein bauplatz frei. naja... wenn die mich da wirklich rausschmeißen, gibts wenigstens nen neuen eintrag hier. obwohl... hausverbote werden sowieso überbewertet.