Freitag, 1. April 2011

dyscounter [sic!]

gar nicht mal so weit von hier gibt es den für mittlerweile jede straße obligatorischen discounter. keine 300 meter weiter den nächsten - und direkt daneben steht noch so eine rote backsteinfrevelei mit wellblechdach. die dinger schießen ja wie pilze aus dem boden. da fragt sich der ohnehin verwirrte konsument zurecht, wie sich so ein weiterer klon von dumpingbunker ob der konkurrenz überhaupt finanziert. immerhin wurde durch die handelsketten in den letzten jahren jedwede innerstädtische baulücke geschlossen. offen bleibt jedoch die frage, ob die urbanität die ganzen bäckereien luftpumpenverkaufsaquarien verträgt. diese komischen glaskästen gehören ja augenscheinlich fest zur objektplanung supermarkt.

wie aber soll man jetzt mit diesem billigpreistsunami umgehen? die kohle auf viele verschiedene märkte verteilen und damit allen gleichzeitig den umsatz versauen, oder lieber die priorität auf einen bestimmten markt legen und damit die anderen in die pleite treiben? ...don quijote lässt grüßen. ich, als sancho panza, habe eine totsichere methode, billigbauten auf lange sicht den garaus zu machen und im laufe der zeit ein feines gespür für schabernack'sche momente entwickelt:

beim milcheinkauf zum beispiel. pärchen vorm kühlregal. sie wühlt seit 3 minuten die produkte durch, kann sich nicht recht entscheiden und stellt ihm irgendwelche bescheuerten fragen. er steht, eine hand am einkaufswagen, die andere am handy, total genervt daneben und ist kurz vorm platzen. ich drängle mich dazwischen, ohne dass sie es merkt - er quittiert mit zornigem blick.
sie: "schatz, möchtest du vielleicht die auberginenpaste?"
ich: "och nee, hase. heute nehm ich nur die milch."
seine reaktion habe ich leider nicht mitbekommen, weil ich mich schnellstens in die konservenabteilung verdrückt hab. hatte trotzdem das gefühl, dass der heini mich quer durch den ganzen laden verfolgt hat...

was auch immer gut kommt: leuten die wartezeit an der kasse mit möglichst lustigen sprüchen versüßen. dabei immer fein drauf geachtet, dass die sprüche in engem zusammengang mit der für alle sichtbaren ware auf dem fließband stehen: eine ältere dame vor mir hatte sich champignons gegönnt - ich hatte tiefkühlpizza auf der gummimatte. fiel mir doch sofort der gute alte osteuropäische witz ein, den ich gleich einem bekannten vier plätze hinter mir zugerufen habe:
"ey, michael - kennst du den unterschied zwischen ner tschechischen nutte und ner pizza? - nee? - na pizza kriegste auch ohne pilze".
der ganze laden peinlich berührt - nur michael und die kassiererin waren am brüllen. draußen hat man mir dann erklärt, dass auf ihrem namensschild olga hlinka stand. ...humor ist, wenn man trotzdem lacht!

mittlerweile hat der marktleiter mit dem zaunpfahl gewunken und die gelbe karte der roten backsteinbude gezeigt. kurz vorm hausverbot stehend, tätige ich meine einkäufe jetzt also nur noch in dem laden, obwohl der weg zum nächsten discounter gar nicht weit wäre - zwei häuser weiter ist noch ein bauplatz frei. naja... wenn die mich da wirklich rausschmeißen, gibts wenigstens nen neuen eintrag hier. obwohl... hausverbote werden sowieso überbewertet.